Schmelza | Ausserferrera

Östlich der heutigen Katonsstrasse ins Avers befinden sich bei Schmelza (Pkt. 1239) ausgedehnte Mauerreste der einstigen Schmelzanlage. Diese wurde im 18. Jh. durch die Gebrüder Venini erstellt.

Gemeinde Ausserferrera
Lokalität Schmelza
Bezeichnung Schmelzanlage aus dem 18./19. Jh.
Gegenstand Aufbereitung, Gebäude, Grundmauern, Pochwerk, Schlacken, Schmelzofen, Schmiede, Verhüttung
Erz Kupfer
Position LV03 (Ost): 159635 / LV03 (Nord): 753445

Details

Bereits bei Pkt. 1239 befinden sich östlich der Kantonsstrasse erste Mauerreste. Ein Vielzahl von Gebäudereste erstreckt sich hoch bis 1290müM. Ein noch gut erhaltener Wasserkanal (blau eingezeichnet im Übersichtsplan) beginnt beim Zusammenfluss der Aua Granda und der Aua Pintga. Unter den vielen Gebäudereste lassen sich einige ihrem Verwendungszweck zuordnen:

 

1) Poche

2) Hammerschmiede. Die beiden grossen Steine für die Lagerung des Hammers sind noch gut sichtbar.

3) Ein runder Schmelzofen ist noch erkennbar, ist jedoch stark überwachsen.

Bei Punkt 753308/159721 befindet sich ein Kohlplatz etwas unterhalb der Kantonsstrasse.

 

Geschichte

  • Ein Gemälde von 1817 zeigt die ausgedehnte Schmelzanlage der Gebrüder Venini. Zu jener Zeit arbeiteten bis zu 200 Leute im Bergbau von Ausser- und Innerferrera.
  • Im Jahre 1828 lief der Vertrag zwischen der Landschaft Schams und den Gebrüder Venini über die beiden Schmelzwerke im Avers aus.
  • Die Landschaft Schams offerierte eine Verlängerung über weitere 25 Jahre, doch die Venini lehnten ab. 
  • Stattdessen übernahm ihr Landsmann Marietti aus Mailand die Rechte und schloss ein Vertrag mit der Landschaft Schams im Jahre 1829 ab. Darin wurde auch festgehalten, dass die Transporte ausschliesslich durch Einheimische zu erfolgen hatte.
  • Es Zeigte sich aber bald, dass Marietti in Schwierigkeiten geriet, denn der Kahlschlag der Wälder unter den Gebrüder Venini führte zu fehlendem Brennholt für die Schmelzöfen.
  • Im Bericht vom Dezember 1864 wurde erwähnt, dass im Val Ferrera auf der gegenüberliegenden Talseite des Abbaugebietes ein Pochwerk mit 3 Pochstemplel und eine Wasche mit zwei Waschtischen errichtet wurde.

Illustrationen

Titel Wohn und Schmelzgebäude
Gemeinde Ausserferrera
Lokalität Schmelza
Fotograf Schreiber Martin
Jahr 2019
Titel Schmelzanlage aus dem 18.Jh
Gemeinde Ausserferrera
Lokalität Schmelza
Fotograf Schreiber Martin
Jahr 2019
Titel Hammerschmiede mit den Lagern vom Schwanzhammer
Gemeinde Ausserferrera
Lokalität Schmelza
Fotograf Schreiber Martin
Jahr 2019
Titel Pochwerk mit Mühlestein
Gemeinde Ausserferrera
Lokalität Schmelza
Fotograf Schreiber Martin
Jahr 2019
Titel Luftaufnahme der oberen Schmelzanlage, südlicher Teil
Gemeinde Ausserferrera
Lokalität Schmelza
Fotograf Schreiber Martin
Jahr 2019
Titel Übersicht der oberen Schmelzanlage
Gemeinde Ausserferrera
Lokalität Schmelza
Fotograf Schreiber Martin
Jahr 2019
Titel Gut erhaltener Kellerraum in der oberen Schmelze
Gemeinde Ausserferrera
Lokalität Schmelza
Fotograf Schreiber Martin
Jahr 2019
Titel Der Wasserkanal im oberen Teil, kurz nach der Abzweigung vom Bach
Gemeinde Ausserferrera
Lokalität Schmelza
Fotograf Schreiber Martin
Jahr 2019
Titel Hammer der Hammerschmiede (Bergbaumuseum Schmelzboden Davos Monstein)
Gemeinde Ausserferrera
Lokalität Aversm, Schmelza
Fotograf Schreiber Martin
Jahr 2020
Titel Gebäudereste auf der südlichen Seite der Ragn d'Avers, welche auf der Dufourkarte von 1864 noch zu sehen sind.
Gemeinde Ausserferrera
Lokalität Avers, Schmelza
Fotograf Schreiber Martin
Jahr 2020
Titel Schlackenstück mit schönen Azuritspuren
Gemeinde Ausserferrera
Lokalität Avers, Schmelza, 753325/159600
Fotograf Schreiber Martin
Jahr 2020

Literatur

Titel Verfasser Seiten Jahrgang  
In der Sufner Schmelzi: vom Bergbau bis zur Glasfabrik Stäbler Hans 22-28 1994 
Der Bergbau im Schams und Ferreratal: Die "Sufener Schmelze" Stäbler Hans 2-5 1990 
Berichte der Val-Sassam Mines Company von 1864 bis 1872 diverse 1864 
Graubünden Bergbau 1866PDF
Ferrera, Ausserferrera, Bergbaurevier Schmelza Oberhänsli Monika 2020 
Dendrobericht über 7 Holzproben aus dem Kellergewölbe Rageth Jürg 2008 
Ergänzungen von M. Seifert zum Bericht 18898 Seifert Mathias 2021 
Zusammenfassung der Blei- und Silbererträge in den Jahren 1625/26 Schreiber Martin 2021PDF
Zurück zur Übersicht